Schutzgut Klima
Bestandsaufnahme des derzeitigen Umweltzustands
Der Hamburger Raum wird dem warmgemäßigten atlantischen Klimabereich zugeordnet, der durch ganzjährige milde Temperaturen aufgrund des Einflusses von Nordsee und Elbe geprägt ist. Charakteristisch sind feuchtkühle Sommer und relativ milde Winter. Von Bedeutung ist, dass der gesamte norddeutsche und Hamburger Raum zu den windreichen Gebieten mit der Hauptwindrichtung aus Süd-West zählt. Das Lokalklima des Plangebiets ist vor allem durch die Nähe zur Elbe und den hohen Versiegelungsgraden des Umfeldes geprägt
Die bebauten Flächen entlang der Shanghaiallee und die bisher unbebauten Flächen entlang der Bahn zählen aufgrund der hohen Versiegelung und der nur recht spärlichen Vegetation zu
den bioklimatischen Belastungsräumen. Demgegenüber kommt dem bereits bestehenden Lohsepark mit seinem Grünbestand lokal eine bioklimatisch entlastende Funktion zu.
Die Parkanlage wirkt sich temperaturausgleichend und feuchtigkeitsregulierend auf die an- grenzenden Gebäude aus. Durch kleinräumigen Luftaustausch werden die klimatischen Be- lastungen gepuffert und ausgeglichen. Die ca. 80 m breite Parkanlage liegt orthogonal zur Hauptwindrichtung, so dass der Aufenthalt im Park im Windschatten der Bebauung begünstigt wird. Durch Verdunstung und nächtliche Abkühlung durch die Parkanlage kann während der Hitzeperioden eine spürbare bioklimatische Entlastung der angrenzenden Bebauung bewirkt werden. Durch die offene Lage des Parks zum Wasser im Norden und Süden werden die klimatisch entlastenden und durchlüftenden Funktionen der Wasserflächen wirksam einbezo- gen. Die von Bebauung frei gehaltene Parkanlage verbessert ferner den Luftaustausch mit dem klimatisch belasteten Innenstadtbereich und der Speicherstadt und trägt zur Luftreinheit durch Schadstofffilterung insbesondere durch die neu gepflanzten bzw. erhaltenen Bäume bei.
Lokalklimatisch entlastend wirken zudem die umgebenden Wasserflächen (Brooktorhafen, Eri- cusgraben, Baakenhafen) und die Luftzirkulation im Verlauf der Norderelbe. Während som- merlicher Stillwetterlagen mit Hitzeperioden verringert sich die lokalklimatische Entlastungs- wirkung der Wasserflächen, da diese nächtlich die Umgebungstemperatur angleichen und nur noch geringe Wärmelasten der Bebauung aufnehmen können. Im Zuge des Klimawandels sind ein Anstieg der Anzahl der Tage mit hohen Wärmebelastungen im Sommer und ein er- höhtes Niederschlagsaufkommen in den Wintermonaten zu erwarten.